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Reifen

Winterreifen im Allgäu: Der richtige Zeitpunkt liegt früher als Sie denken

Im Allgäu sollten Winterreifen ab Mitte Oktober montiert sein. Rechtlich gilt die situative Winterreifenpflicht mit Alpine-Symbol, praktisch entscheidet die Sieben-Grad-Grenze — darunter verliert die Sommermischung deutlich an Haftung.

Ümit Kacan5 Minuten Lesezeit
Satz Leichtmetallfelgen in der Werkstatt

Die Faustregel von Oktober bis Ostern ist bundesweit bekannt. Im Allgäu ist sie eher die Untergrenze: Wer regelmäßig über den Oberjoch oder nur nach Oberstaufen hinauffährt, kann schon Mitte Oktober im Neuschnee stehen.

Was das Gesetz verlangt

In Deutschland gilt keine kalenderbasierte, sondern eine situative Winterreifenpflicht nach Paragraf 2 Absatz 3a der Straßenverkehrs-Ordnung. Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte dürfen Sie nur mit wintertauglichen Reifen fahren. Seit Oktober 2024 zählt dabei ausschließlich das Alpine-Symbol, also das Bergpiktogramm mit der Schneeflocke. Die frühere M+S-Kennzeichnung allein genügt nicht mehr.

Wer bei winterlichen Verhältnissen ohne passende Bereifung unterwegs ist, zahlt ein Bußgeld und bekommt einen Punkt. Unangenehmer ist die versicherungsrechtliche Seite: Im Schadensfall kann Ihnen grobe Fahrlässigkeit vorgeworfen werden.

Die Sieben-Grad-Grenze

Wichtiger als das Datum ist die Temperatur. Die Gummimischung von Sommerreifen wird unterhalb von etwa sieben Grad härter und verliert an Grip — auch auf trockener Fahrbahn und ohne Schnee. Winterreifen behalten ihre Elastizität. Umgekehrt verschleißen Winterreifen bei dauerhaft hohen Temperaturen schneller und der Bremsweg verlängert sich.

Worauf Sie beim Wechsel achten sollten

  • Profiltiefe: gesetzlich 1,6 Millimeter, sicherheitstechnisch sinnvoll mindestens 4 Millimeter bei Winterreifen.
  • Alter: Ab etwa sechs Jahren verhärtet die Mischung unabhängig vom Profil. Das Datum steht als vierstellige DOT-Nummer auf der Flanke.
  • Reifendruck nach dem Wechsel prüfen und das Kontrollsystem neu anlernen lassen.
  • Auswuchten nach jeder Montage — sonst entstehen Vibrationen und ungleichmäßiger Verschleiß.
  • Radschrauben nach 50 bis 100 Kilometern mit dem Drehmomentschlüssel nachziehen lassen.

Einlagerung spart Platz und schont die Reifen

Reifen mögen es dunkel, trocken und kühl. Neben dem Heizungsraum altern sie schneller, im Freien unter einer Plane erst recht. Wir lagern Ihren Zweitsatz fachgerecht ein, prüfen ihn vor der nächsten Montage und melden uns rechtzeitig vor dem Saisonwechsel. Unsere Montiermaschine bewältigt Räder bis 28 Zoll, auch breite Sportbereifung und empfindliche Schmiedefelgen.

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